Wärmepumpe im Bestandsgebäude

von , | 01.09.2025

von Walter Stadler und Petra Blum nach einem Vortrag von Prof. Dr. Harald Krause und Prof. Uli Spindler

Denkt man über den Austausch der Heizungsanlage in einem Bestandsgebäude nach, stellt sich die Frage, welche Art von Heizung künftig verwendet werden soll. Um die im Gebäudeenergiegesetz festgelegte Regel, dass die neue Anlage mit mindestens 65 % aus erneuerbaren Energien betrieben werden muss, zu erreichen, stehen mehrere Möglichkeiten von Energieträgern zur Verfügung. Geprüft werden sollte im Altbau, ob der Einsatz einer Wärmepumpe möglich ist. Voraussetzung dafür ist, dass der Heizungsbetrieb mit einer niedrigen Vorlauftemperatur möglich ist. Gebäude mit Bodenheizung sind in der Regel geeignet, mit Heizkörpern sind sie meistens geeignet, jedoch sollte die Vorlauftemperatur 50-55 °C im Extremfall nicht überschreiten. Ggf. kann man bereits mit der bestehenden Heizung ausprobieren, ob man auch mit einer geringeren Vorlauftemperatur auskommt. Optimieren könnte man diese z.B. durch die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs, den Austausch von Heizkörpern oder die Dämmung der Gebäudehülle.

Was ist eine Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe entnimmt der Umwelt (Luft, Wasser oder Erde) Wärme und gibt diese an das zu erwärmende Gebäude ab. Dabei benötigt der Verdichter elektrische Energie, gewinnt dabei aber in etwa das Dreifache an Wärmeenergie aus der Umwelt. Je höher die Quelltemperatur, desto effizienter ist das System.

[1]

Als Transportmittel benutzt die Wärmepumpe ein natürliches Kältemittel wie z.B. R290 (Propan), R744 (CO₂) oder ein synthetisches Kältemittel wie R32 und R410A. Jedes Kältemittel hat seine Vor- und Nachteile [2]. Natürliche Kältemittel sollten bevorzugt werden.

Um Wärmepumpen vergleichen zu können, gibt es verschiedene Kennzahlen. Die zwei Wichtigsten dabei lauten wie folgt:
COP – Coefficient of Performance: Verhältnis zwischen erzeugter Heizwärme und eingesetzter elektrischer Energie. Je höher der COP-Wert ist, desto effizienter ist das System.
JAZ – Jahresarbeitszahl: Effizienz des Gesamtsystems inklusive Hilfsenergie im echten Alltag über ein gesamtes Jahr. Sie zeigt, wie viel Wärme im Verhältnis zum Verbrauch an Strom tatsächlich im Haus ankommt und ist der wichtigste Praxiswert für die Wärmepumpe.

[3]

Diese Grafik veranschaulicht den Zusammenhang zwischen Außenlufttemperatur, Vorlauftemperatur und erreichbarem COP.

Energietipp

Vor der Anschaffung einer Wärmepumpe ist es sinnvoll, das Gebäude hinsichtlich einer möglichen Dämmung der Gebäudehülle inkl. Fenster zu prüfen und ggf. entsprechende Maßnahmen durchzuführen, um den Wärmegrundbedarf zu reduzieren. Das verhindert eine Überdimensionierung der Wärmepumpe. Eine Wärmepumpe kann auch im Altbau ein sinnvoller Ersatz für eine alte fossile Heizung sein.

Quellen

[1] Bundesverband Wärmepumpe e.V., „Wie funktioniert die Wärmepumpe?”, https://www.waermepumpe.de/waermepumpe/funktion-waermequellen/, Zugriff: 17.08.2025
[2] Kältemittel für Wärmepumpen
https://www.bosch-homecomfort.com/de/de/wohngebaeude/wissen/heizungsratgeber/waermepumpe/kaeltemittel-waermepumpe, Zugriff 03.08.2025
[3] Wärmepumpen im Gebäudebestand (Prof. Dr. Harald Krause, Prof. Uli Spindler) https://www.th-rosenheim.de/die-hochschule/ueber-uns/nachhaltigkeit-und-klimaschutz/detailseite-news-nachhaltigkeit-klimaschutz/rosenheimer-energiedialoge-waermepumpen-im-gebaeudebestand-vortrag-an-der-th-rosenheim-vom-08032023-1?, Zugriff 30.08.2025
[4] Lambda Wärmepumpen GmbH, „Wärmepumpen-Funktionsweise“, https://lambda-wp.at/grundlagen/, Zugriff 30.08.2025

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