PV Anlage mit Stromspeicher – rechnet sich das?

Im Rahmen der energetischen Sanierung unseres Hauses (Baujahr 1961) installierten wir 2021 auch eine PV Anlage mit 15 Kilowatt Peak (kWp) und gleichzeitig einen Batteriespeicher mit 13 Kilowattstunden (kWh). Nach einem Jahr und 15.750 kWh erzeugtem Solarstrom können wir eine erste Bilanz ziehen. Durch einen Heizstab zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung, haben wir einen sehr hohen Eigenverbrauch von ca. 9.650 kWh. Die Autarkie lag bei 91,5 %.

Die Investitionskosten lagen damals ca. 32.000 €. Verglichen mit dem Jahr 2020 sparen wir aber jährlich ca. 1.500 € an Stromkosten. Für die ca. 6.000 kWh eingespeisten Strom erhalten wir ca. 420 € pro Jahr. Als zusätzliche Kosten muss man für die Versicherung der Anlage je nach Anbieter ca.120 € jährlich veranschlagen. Somit rechnet sich diese Investition bei einem Strompreis von aktuell 30 €-Cent nach knapp 18 Jahren. Rechnet man aber mit einem Strompreis von 35 €-Cent, dann sind es nur noch 15,7 Jahre bis zur Amortisation. Diese Zeit kann man weiter reduzieren, wenn man sich die Umsatzsteuer (MwSt.) vom Finanzamt zurückerstatten lässt. Hier ist aber zu beachten, dass dann auch Umsatzsteuer-Voranmeldungen sowie eine mindestens vierteljährliche Umsatzsteuer-Erklärung beim Finanzamt eingereicht werden müssen. Für verbindliche Informationen sprechen Sie am besten mit einem/einer Steuerberater*in.

Die Wirtschaftlichkeit ist nur ein Aspekt für eine PV-Anlage. Laut den Zahlen zur Energiebilanz von erneuerbaren Energien des Umweltbundesamtes von 2020 spart jede kWh Solarstrom 685 g CO₂. Bei ca. 15.750 kWh, die wir im ersten Jahr erzeugt haben, sind dies bereits knapp 10,8 Tonnen CO₂. Natürlich haben die Panels und die Batterie auch einen CO₂-Fußabdruck. Laut Klimareporter 212 kg CO₂ pro kWh Batterie. Bei uns also ca. 2800 kg CO₂. Laut der Daten aus dem Artikel „Energie­aufwand zur Herstellung von Photovoltaik­anlagen“ von Volker Quaschning benötigen die Panels ca. 2 Jahre für die energetische Rückzahlung. Rechnen wir den CO₂-Fußabdruck für den gesamten Wechselrichter noch dazu, sind wir nach 2,5 Jahren klimaneutral. Auf weitere 17,5 Jahre gerechnet werden 189 t CO₂ eingespart.

Neben dem wirtschaftlichen und ökologischen Aspekt kommt aber bei einem Stromspeicher mit Notstromfunktion noch der Faktor Versorgungssicherheit hinzu. Glücklicherweise haben wir in Tacherting durch das Alzkraftwerk eine sehr stabile Grundversorgung. Mit dem Notstrom-Motorschalter stellt der Batteriespeicher auch eine 3-Phasen Notstromversorgung bereit. Damit laufen bei einem Stromausfall alle Elektro-, Kühl- und Gefriergeräte sowie die Heizung weiter. Die Batterie kann über PV, aber auch über das Netz aufgeladen werden.

Quellen

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2021-12-13_climate-change_71-2021_emissionsbilanz_erneuerbarer_energien_2020_bf_korr-01-2022.pdf
→ Seite 37

https://www.klimareporter.de/technik/spart-der-stromspeicher-zu-hause-co2-ein

https://www.verbraucherzentrale.sh/pressemeldungen/energie/photovoltaikanlagen-so-gut-sind-sie-fuer-den-oekologischen-fussabdruck-50972

https://www.volker-quaschning.de/datserv/kev/index.php

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