Bericht über den Umbau und die Modernisierungeines Einfamilienhauses (1994–1999)

von | 06.06.2026

Nach unserer Heirat im Jahr 1993 entstand der Entschluss, das in den 1960er Jahren errichtete Einfamilienhaus der Eltern gemeinsam zu nutzen und langfristig zu übernehmen. Das bestehende Gebäude war für eine einzelne Familie zu groß, gleichzeitig jedoch für zwei getrennte Haushalte ungeeignet. Daher wurde eine umfassende Modernisierung und Erweiterung des Hauses notwendig.

Ziel der Baumaßnahmen war es, den vorhandenen Wohnraum besser aufzuteilen, zu erweitern und gleichzeitig dringend notwendige Renovierungsarbeiten durchzuführen. Besonders problematisch war die ursprüngliche Raumaufteilung mit einem sehr großen, platzintensiven Treppenhaus. Durch bauliche Veränderungen sollte eine klare Trennung der beiden Haushalte geschaffen und die vorhandene Wohnfläche effizienter genutzt werden. Während der gesamten Bauzeit blieb das Haus weiterhin bewohnt, was die Durchführung der Arbeiten zusätzlich erschwerte.

Ein Schwerpunkt lag auf der Verbesserung des Energiehaushalts. Durch umfangreiche Wärmeschutzmaßnahmen wie einer 100 mm starken Außenisolierung mit Hartschaumplatten (Wärmeleitgruppe 025) auf dem neuen Dachstuhl und einem Kork-Wärmesystem von 40 mm auf der Nordseite und 60 mm auf der Süd- und Westseite der Fassade sowie den Einbau damals moderner Wärmeschutzfenster mit ISO-Verglasung (KW = 1,1) und dem Entfernen der Glasbetonsteine konnte der Energieverbrauch deutlich reduziert werden. Zusätzlich wurden natürliche Energiequellen genutzt, unter anderem durch die Erweiterung einer thermischen Solaranlage und die Nutzung der Abwärme eines neu errichteten Wintergartens. Trotz der erheblich vergrößerten Wohnfläche sank der jährliche Heizölverbrauch um etwa 1300 Liter von ursprünglich 5000 Liter.
Auch dem Wasserhaushalt wurde Aufmerksamkeit gewidmet. Das bereits vorhandene Regenwassersystem mit 7 m3 wurde weiterhin zur Gartenbewässerung genutzt. Darüber hinaus wurden technische Voraussetzungen geschaffen, um Regenwasser künftig auch im Haushalt einsetzen zu können, falls sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Abwasserberechnung vereinfachen sollten.

Fotos Umbau

Bei allen Arbeiten spielte der Umweltschutz eine wichtige Rolle. Es wurde großer Wert auf konsequente Abfalltrennung, Wiederverwertung von Materialien und eine fachgerechte Entsorgung gelegt. Schadstoffbelastete Baustoffe wie Eternit-Wettermantel, Teerestriche, Polystyrol-Innenisolierungen und PVC-Böden wurden entfernt und ordnungsgemäß entsorgt.
Die Kosten des Umbaus entsprachen in etwa denen eines Neubaus. Allerdings entfielen Ausgaben für ein zusätzliches Baugrundstück. Ein erheblicher Teil der Kosten konnte durch umfangreiche Eigenleistungen eingespart werden. Fast sämtliche Arbeiten wurden selbst durchgeführt. Nur bestimmte Gewerke wie Estrich- und Verputzarbeiten, Maurerarbeiten für den Anbau sowie Zimmererarbeiten für den neuen Dachstuhl wurden an Fachfirmen vergeben.

Die Umbauarbeiten erfolgten schrittweise zwischen 1994 und 1999. Zunächst wurden alte Gebäudeteile demontiert und Räume umgebaut, um Platz für ein neues Treppenhaus und einen Anbau zu schaffen. Anschließend entstanden durch den Anbau pro Etage zwei zusätzliche Zimmer sowie ein großer Kellerraum. Der alte Dachstuhl wurde vollständig abgetragen und durch einen modernen, außen isolierten Sichtdachstuhl ersetzt. Außerdem wurde ein Wintergarten aus Holz angebaut und später ein Balkon auf der Süd- und Ostseite errichtet.

Im Innenbereich wurden neue Räume ausgebaut, die Fläche des alten Treppenhauses in neue Badezimmer, Toiletten und Dielen aufgeteilt und bestehende Räume modernisiert. Dazu wurde im kompletten 1. Stock, sowie in Teilen des Erdgeschosses der komplette Estrich und Putz entfernt, sodass nur noch die Ziegelmauern stehen blieben. Anschließend wurden Leerrohre verlegt, alle Fenster ausgetauscht, Fußbodenheizungen in den Wohnbereichen verlegt, neu verputzt und neuer Estrich aufgebracht. Abschließend wurden die Außenfassaden gedämmt und neu verputzt sowie die Außenanlagen und der Garten neu gestaltet.

Durch die Modernisierung konnte die Wohnfläche von ursprünglich 143 m² auf insgesamt 329 m² erweitert werden. Die Bauarbeiten begannen 1994 und wurden 1999 mit der Pflasterung der Garagenzufahrt und der Fertigstellung der Außenanlagen abgeschlossen. Auch wenn der Umbau bereits 30 Jahre zurückliegt und heute mit stärkeren Materialien isoliert wird, stellt er ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Wohnraumerweiterung, energetischer Modernisierung und umweltbewusstem Bauen dar.

Energietipp

Die Sanierung von Altgebäuden schont wertvolle Ressourcen, da bereits im Gebäude gebundene sogenannte graue Energie erhalten bleibt. Gleichzeitig wird der Flächenverbrauch reduziert, weil bestehende Bausubstanz weiter genutzt wird, anstatt neue Flächen zu versiegeln. Zudem ermöglicht die Sanierung die Energiebilanz des Gebäudes zu verbessern und das Gebäude zum Einsatz von erneuerbaren Energien zu ertüchtigen.

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